5 Bücher, die man vor der US-Wahl gelesen haben sollte

Wer derzeit im Urlaub irgendwo am Strand liegt und sich sagt “Alles, was mir noch zum Glück fehlt, ist eine Liste exzellenter Bücher, die mir helfen können, die US-amerikanische Kultur und Gesellschaft besser zu verstehen”: Wir sind zur Stelle.
Hier ist eine Auswahl unserer Lektüren dieses Sommers:

  1. Between the World and Me von Ta-Nehisi Coates

Worum es geht: Der in Baltimore aufgewachsene schwarze Autor Ta-Nehisi Coates hat dieses Buch als Brief an seinen Sohn geschrieben. Es ist ein eindrucksvoller und düsterer Essay über die Geschichte von Rassismus in den USA, und über die Konsequenzen für die heutige Lebensrealität von Schwarzen.

Warum es gelesen werden sollte: Gefeiert für seine Sprache ebenso wie für seinen Inhalt, ist das Buch Pflichtlektüre für alle, die ein besseres Verständnis der neuen Schwarzen Anti-Rassismus-Bewegungen wie „Black Lives Matter“ bekommen wollen. Die Erfahrung von Ta-Nehisi Coates gibt einen außergewöhnlichen persönlichen Einblick in die Schwarze amerikanische Lebensrealität im 21. Jahrhundert und zeigt, wie weit die amerikanische Gesellschaft trotz der juristischen Gleichstellungserfolge der Martin Luther King-Ära noch davon entfernt ist, strukturellen Rassismus zu überwinden.

  1. Evicted: Poverty and Profit in the American City von Matthew Desmond

Worum es geht: “Evicted” erkundet das Verhältnis von Zwangsräumungen und zyklischer Armut im städtischen Amerika. Es erzählt Geschichten von armen Amerikaner/innen in Milwaukee, der am stärksten segregierten städtischen Region in den USA, und stellt diese Geschichten in den breiteren Kontext der Herausforderung, in US-Städten heute noch erschwinglichen Mietraum zu finden.

Warum es gelesen werden sollte:  In dieser Woche stand Milwaukee erneut in den Schlagzeilen nachdem es gewaltsame Ausschreitungen gab im Anschluss an die Erschießung von Sylville Smith durch Polizeibeamte. “Evicted” ermöglicht ein tieferes Verständnis der dahinter stehenden Entwicklungen, bei denen Milwaukee anderen ehemals florierenden Industriestädten ähnelt. Vor kurzem betonte der Autor Matthew Desmond in einem Artikel für die New York Times, dass die Anliegen der in Städten lebenden Armen (wie in Milwaukee) bislang von beiden Präsidentschaftskandidaten weitgehend ignoriert werden.

  1. American Panic: A History of Who Scares Us and Why von Mark Stein

Worum es geht: In diesem Buch wird die Geschichte der USA als eine Geschichte der dominierenden politischen Ängste unterschiedlicher Epochen nachvollzogen. Mark Stein beschreibt Angstkampagnen gegen unterschiedlichste gesellschaftliche Gruppen im Laufe der letzten 250 Jahre, gegen Schwarze und Kommunisten, gegen Katholiken und Juden, gegen Freimaurer und Frauen, etc., und nähert sich dabei der Frage, was manche Menschen dazu treibt, in politische Panik zu verfallen, während andere gelassen bleiben.

Warum es gelesen werden sollte: Im Jahr einer Trump-Kandidatur, die auf gesellschaftlichen Ängsten aufbaut und diese instrumentalisiert, ist dieses Buch ein wertvoller Rückblick in andere angstbesetzte und düstere Kapitel der US-Geschichte. Es zeigt, dass angstbesetzter ausgrenzender Populismus keineswegs ein neues Phänomen der US-Geschichte ist, und dass es dieses Land trotz vieler zwischenzeitlicher Abwege bislang doch stets vermocht hat, die Panik letztlich nicht die Oberhand gewinnen zu lassen.

  1. Saving Capitalism von Robert Reich

Worum es geht: In diesem Buch erkundet Robert Reich, ehemaliger US-Arbeitsminister und Professor an der Berkeley Universität, die “Mythen der freien Marktwirtschaft”.

Warum es gelesen werden sollte: Das Buch gibt Einblick in einige der Gründe hinter der populistischen Wut, welche diesen Wahlkampf mit prägen. Reich, ein ehemaliger Bernie Sanders Unterstützer und Hillary Clinton Konvertit, argumentiert, dass Amerika die Kräfte, welche Ungleichheit im Land weiter verstärken, einhegen muss, wenn es den Kapitalismus retten will.

  1. Americanah von Chimamanda Ngozi Adichie

Worum es geht: Diese raffinierte Novelle erzählt die Geschichte einer jungen nigerianischen Auswanderin an der Schnittstelle mehrere Identitäten. Ihre Protagonistin ist witzig, nahbar und unzweifelhaft feministisch, und ihre Geschichten verdeutlichen, was es im heutigen Amerika bedeutet, schwarz, eine Frau und eine Einwanderin zu sein.

Warum es gelesen werden sollte: Adichie ist einfach eine geniale Autorin, und ihre Arbeit sollte als Pflichtlektüre auf jeder Leseliste auftauchen.

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