Tuesday Talk of the Town: Clinton-Warren ’16?

Senatorin Elizabeth Warren aus Massachusetts eine Göttin, die unter Sterblichen wandelt; sie ist die Crème de la Crème, die Beyonce der Demokratischen Partei.

In ihrer noch recht kurzen Amtszeit als Senatorin hat sich Warren bereits einen Ruf als streitbare politische Kraft gemacht. Als furchtlose Kämpferin gegen Wall Street rang Warren um eine Reform der Wahlkampffinanzierung, niedrigere Zinsraten für Studienkredite und mehr Verantwortung auf der Wall Street.

Im diesjährigen Wahlkampf hat Warren nun ihren Einfluss dazu genutzt, sich hinter Kandidaten wie Tammy Duckworth und Maggie Hassan zu stellen, die sich beide in Kopf-an-Kopf-Rennen um Senatorenämter mit Republikanischen Amtsinhabern befinden. Bis Anfang Juni hatte sie hinsichtlich ihrer Unterstützung eines Präsidentschaftskandidaten noch Zurückhaltung geübt – was viele Unterstützer von Bernie Sanders erzürnte. Doch letzte Woche zeigte sich Warren auf einer Wahlkampfveranstaltung mit Ministerin Clinton, was zu Spekulationen über eine mögliche Vizepräsidentschaftskandidatur von Warren führte.

Es ist kein Geheimnis, dass sich Clinton schwer damit tut, bei jüngeren, liberalen Wählern zu landen. Warren als Vizepräsidentin könnte dem Clinton-Wahlkampf Schwung verleihen, und vielleicht könnten sich mehr Unterstützer von Bernie Sanders mit dem Kandidatenteam anfreunden. Warrens scharfzüngiger Witz und ihre legendären Twitter-Schlachten mit Donald Trump haben ihr bereits eine digitale Coolness eingebracht, von der Clinton nur träumen kann:

Zwei Frauen als Spitzenkandidatinnen einer großen Partei wären überdies gleich „doppelt historisch“ – der Herrenclub in Washington DC würde ganz gewiss ordentlich aufgemischt.

Warren ist zwar bei Sanders-Fans beliebt, es sind aber durchaus nicht alle Liberalen bereit, auf einen Clinton-Warren-Wagen zu springen. Viele, die sich dem Hashtag #BernieOrBust (Bernie oder nichts) verschrieben haben, haben Warren sogar scharf dafür kritisiert, dass sie eine Kandidatin unterstützt, die ihrer Ansicht nach „das Establishment in Washington geradezu verkörpert.“

Trotz all dem Rummel, den die gemeinsamen Auftritte letzte Woche ausgelöst haben, gibt es aber auch viele strategische Gründe, weshalb Clinton sich für einen anderen Vizepräsidentschaftskandidaten entscheiden könnte. Manche Beobachter merkten an, dass eine Vakanz auf Warrens Senatssitz den (Republikanischen) Gouverneur von Massachusetts dazu veranlassen könnte, Warrens Nachfolger aus den Reihen der eigenen Partei auszuwählen. Das wären schlechte Nachrichten für die Demokraten, die ja darauf hoffen, die umstrittene Kandidatur Trumps zur Rückeroberung wichtiger Senatssitze zu nutzen und die politische Waage zu ihren Gunsten zu stupsen. Außerdem ist Warren weiß und stammt aus dem Nordosten. Da Kandidaten tendenziell für das Amt des Vizepräsidenten einen Partner wählen, der für regionale (und vermehrt auch ethnische) Vielfalt steht, wäre Warren keine sehr strategische Wahl.

Unabhängig davon, ob Warren zu Clintons Vizepräsidentschaftskandidatin erkoren wird, wird sie jedoch weiterhin eine politische Schlüsselfigur bleiben – im Jahr 2016 und darüber hinaus.

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