Tuesday Talk of the Town: Trumps schärfster Gegner

Der schärfste Gegner von Donald Trump heißt Donald Trump. In den letzten Wochen hatte er es vermocht, sich die Unterstützung vieler republikanischer Würdenträger zu sichern. Aber anstatt seine Kampagne nun nach und nach moderater zu gestalten und auf einige der gesellschaftlichen Gruppen, die er über Monate scharf angegriffen hatte, zuzugehen, hat er mit einer Fortführung seiner radikalen und ausgrenzenden Rhetorik innerhalb der letzten Woche die Fronten weiter verhärtet.

Zunächst griff er auf einer Pressekonferenz Journalist/innen scharf an, die eine Spendenaktion von Trump für Veteranen kritisch unter die Lupe genommen hatten. Einige Tage zuvor hatte er Suzana Martinez, der republikanischen Gouverneurin von New Mexico und wohl bekanntesten Latina in der US-Politik, Unfähigkeit vorgeworfen.

Und vor einigen Tagen brachte der das Fass zum Überlaufen mit einem diskriminierenden Einwurf gegenüber Gonzalo Curiel, dem Richter, der dem aktuell juristisch problematischsten Fall für Donald Trump vorsteht: Der Untersuchung von Betrug bei der sogenannten „Trump University“, einem umstrittenen Unternehmen, das für hohe Gebühren im Rahmen von Workshops Finanzberatung anbot.

 

Seine Anspielung darauf, dass Gonzalo Curiel alleine aufgrund seiner mexikanischen Eltern befangen sei wiederholte er in einem CNN-Interview nach 23-maligem Nachfragen des Moderators.

Die lagerübergreifenden Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.

Auf Seiten der Demokraten war dies erwartbar, aber es fanden sich auch fast keine republikanischen Politiker/innen oder Kommentator/innen, die Trump beigesprungen wären.

 

Von Newt Gingrich über Mitch McConnell bis zu Paul Ryan stieß die Äußerung auf Kritik und Unverständnis.

Ein Donald Trump in der Defensive aber weicht selten zurück. Anstatt seine Äußerung zu relativieren, sagte er in einem Folge-Interview gar, dass muslimische Richter/innen ihm gegenüber ebenfalls befangen seien. Der Umkehrschluss daraus: Nur Richter/innen, welche politisch exakt auf seiner Seite stehen und die aus Trumps Sicht „richtige Herkunft“ haben, dürften seine Fälle behandeln.

Derart diskriminierende Äußerungen des Kandidaten Trump sind zwar nichts Neues. Sie machen aber erneut deutlich, auf welches Spiel mit dem Feuer sich die Republikaner/innen eingelassen haben, die Trump nun unterstützen, und wie schwierig es für Trump, wenn er so weiter macht, werden dürfte, über seine Kernklientel hinaus Wähler/innen zu erreichen.

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