Latinos gestalten die Zukunft der USA

„Latinos gestalten die Zukunft der USA“ so sagt ein neuer Bericht des progressiven Think Tanks Center for American Progress (CAP) und des mexikanischen Instituts Centro de Investigacion y Docencia Economicas (CIDE).

Die Vorwahlen in Nevada haben die zunehmend einflussreiche Rolle der Latino Bevölkerung in den USA wieder zum Vorschein gebracht. Schon 2012 veröffentlichte das Time Magazine eine Titelseite, die nüchtern verkündete: „Yo Decido.“ Ich entscheide. Das „ich“ waren in diesem Falle amerikanische Latinos, und schon damals bezog sich das „entscheiden“ auf die bedeutendste Meinungsabstimmung des Landes, die Präsidentschaftswahl. 2012 nahmen mehr als 11 Millionen Latinos an den Wahlen teil. Seitdem ist die Anzahl der wahlberechtigten Latinos von 23 Millionen auf 27 Millionen gestiegen. Bis 2030 wird die Zahl der wahlberechtigen Latinos 40 Millionen ausmachen – damit sind Latinos die bei weitem schnell wachsenste Bevölkerungsgruppe des Landes.

Der neue CAP-CIDE Bericht erforscht die jüngsten Trends in der Latino Bevölkerung. Mit 54 Million Menschen bilden Latinos fast ein Fünftel der gesamten US-Bevölkerung – bis 2043 werden sie knapp ein Drittel der US-Bevölkerung und damit keine Minderheit mehr sein. Jahr um Jahr erreichen Latino Schüler und Studenten höhere Bildungsniveaus. Seit 2012 übertreffen sie sogar ihre weißen Mitschüler; sie absolvieren die High School und immatrikulieren sich in höheren Raten an Universitäten. Das hat zur Folge, dass Latinos auch zu einer bedeutenden Wirtschaftsmacht heranwachsen. Landesweit beläuft sich die Kaufkraft der Latino Bevölkerung auf 1,2 Billionen Dollar. Im Bundesstaat Kalifornien kommt die Latino Kaufkraft dem Bruttoinlandsprodukt von Israel oder Dänemark gleich.

Dem CAP-CIDE Bericht zufolge wird der demografische Wandel auch für Amerikas Außenpolitik konkrete Auswirkungen haben, und sollte sowohl von den USA, als auch von Mexiko als historische Gelegenheit wahrgenommen werden. Dies gilt nicht nur für die schwierige Dynamik der Süd-Nord Migration. Auch bei breiteren wirtschaftlichen und politischen Initiativen könnten US-Latinos eine vermittelnde Rolle spielen.

Dass US-Politiker dieser Bevölkerungsgruppe in einem Wahljahr besondere Aufmerksamkeit schenken, ist offensichtlich. Doch der CAP-CIDE Report ist ein wichtiger Aufruf, die politische Rolle der Gruppe auch in einem breiteren Rahmen anzuerkennen: „Die Gesellschaften des amerikanischen Kontinents – einschließlich der USA – müssen sich darüber im Klaren sein, dass das starke Selbstbewusstsein der Latinos und ihre Loyalität gegenüber den USA problemlos mit einer festen Bindung zu ihren Herkunftsländern vereinbar ist,“ plädieren die Autoren. Das Potenzial, mit Hilfe dieser Bevölkerungsgruppe bilaterale Beziehungen mit Lateinamerika zu stärken, müsste von beiden Seiten besser realisiert und gefördert werden.

Den Bericht finden Sie hier: Latinos Gestalten die Zukunft der USA

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