Das Ende der Ära Bush

Hillary Clinton und Donald Trump haben in South Carolina bzw. Nevada gewonnen. Beide können sich nun als klarer Favorit im Rennen um die Nominierung ihrer Partei wähnen. Gelaufen ist dies aber noch nicht. Clinton wird sich Bernie Sanders weiter hart erwehren müssen, der auch in Nevada besser abschnitt als noch vor kurzem erwartet. Und Trump hat, seinem innerparteilichen Vorsprung zum Trotz, nur ein Drittel der republikanischen Wähler/innen auf seiner Seite. Eine homogene Anti-Trump-Allianz, angeführt von Marco Rubio, könnte ihm weiterhin gefährlich werden.

Gelaufen ist das Rennen stattdessen für Jeb Bush, der sich nun aus dem Rennen zurück gezogen hat. Es wäre untertrieben zu sagen, das Scheitern seiner Kampagne hatte sich angekündigt. Das Scheitern seiner Kampagne war seit Monaten unübersehbar. Kein Kandidat hatte so viele „letzte Chancen“ zugeschrieben bekommen und alle vergeben. Sein abgeschlagener vierter Platz in South Carolina mit nicht einmal 8 % der Stimmen, war lediglich der letzte Tiefpunkt einer an Tiefpunkten reichen Kampagne.

Dabei hatte alles anders angefangen. Noch vor einem Jahr führte Jeb Bush mit großem Abstand in den Umfragen, hatte eine prall gefüllte Wahlkampfkasse, die Unterstützung der meisten republikanischen Würdenträger und galt als fast unvermeidlicher Kandidat. Stück für Stück zeigte sich dann, dass auch die besten Voraussetzungen kein Ersatz sind für einen überzeugenden Kandidaten. Blass, unsicher und ohne klare Botschaft war Bush alles andere als das.

Er fand keine klare Linie, mit seiner familiären Herkunft umzugehen. Mal distanzierte er sich von seinem älteren Bruder George W. Bush, mal setzte er ihn aktiv im Wahlkampf ein. Der Name Bush war mehr Fluch als Segen, und obwohl seine Poster den Nachnamen stets aussparten, lastete dieser schwer auf ihm.

Er ging fälschlicherweise auch davon aus, dass sich seine politische Erfahrung auszahlen würde. Bei der republikanischen Wählerschaft im Jahr 2016 aber ging es vor allem darum, sich so weit wie möglich von etablierter Politik zu distanzieren.

Nicht zuletzt stand Bush für ein gemäßigtes, pragmatisches Auftreten und für eine ebensolche Politik. In einem republikanischen Wahlkampf, der von Radikalität geprägt ist, von einem Anti-Establishment-Diskurs und von etlichen lauten Marktschreiern, war dies eine zum Scheitern verurteilte Herangehensweise.

Bush war der Anti-Trump. Kein anderer Kandidat griff Trump öfter und intensiver an als er. Als solcher hatte er 2016 keine Chance.

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